Glaube und Ethos

Bischof Stefan Oster: Gegen einen christlichen „Humanismus der Nettigkeit“

Der Passauer Bischof Stefan Oster hat im Zusammenhang mit der abnehmenden Bindungskraft des Christentums in Deutschland und Europa auf das Problem der Tendenz zur Weichzeichnung Jesu Christi im Sinne eines „Humanismus der Nettigkeit“ hingewiesen. Für die Nachfolge Christi könne man Menschen nur gewinnen, wenn man Jesus Christus auch richtig und vollständig darstelle. […]

Glaube und Ethos

Glaube und Ethos: Gerechter Zorn im Christentum

Der Philosoph Marc Jongen sieht in einem Mangel an „Thymos-Spannung“, d.h. in einem Mangel an Zorn gegen bestimmte Mißstände und Fehlentwicklungen, einen wesentliche Ursache von Auflösungserscheinungen europäischer Gesellschaften. Was Zorn angeht, so können jedoch sowohl Mangel als auch Überfluss destruktive Folgen haben. Das Christentum hat in diesem Zusammenhang das Konzept des „gerechten Zorns“ geschaffen, das beide Extreme vermeidet und als ethische Grundlage für die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen und Verwerfungen geeignet ist, denen Christentum in Europa gegenübersteht. […]

Glaube und Ethos

Ernst Jünger: Die Idee der Unsterblichkeit und der unbesiegbare Mensch

Jede Kultur und jedes auf Dauer ausgelegte Gemeinwesen beruht zuallererst auf religiösen Bindungen. Größere areligiöse oder atheistische Gemeinschaften jenseits der Familie zerbrachen immer spätestens dann, wenn sich eine relevante Zahl von Mitgliedern von einem Festhalten an der Gemeinschaft keinen materiellen Vorteil mehr versprach. Religiöse Bindungen sind jedoch gleichzeitig mit dem Problem verbunden, dass sie kaum rational vermittelbar oder auf Nutzenkalkül zu begründen sind. […]

Glaube und Ethos

Bischof Fulton J. Sheen: Liebe und Ungleichheit

Zu den Aufgaben, die derzeit bei der Vorbereitung unseres Vorhabens seit einiger Zeit geleistet werden, gehört auch die Erschließung von Material, das die geistige Grundlage dieses Vorhabens bilden soll. Dazu ist es u.a. erforderlich, bestimmte Begriffe und Konzepte, die im Zuge moderner Entwicklungen teilweise entstellt wurden oder auch in Vergessenheit geraten sind, wieder freizulegen. Dabei geht es auch darum herauszuarbeiten, dass das Christentum als Kern abendländischer Kultur mit den vorhandenen geistigen Beständen auch eine wesentliche Grundlage entsprechender Vorhaben bilden kann und dazu besser geeignet ist als andere Konzepte. Eines von sehr vielen Beispielen für solche Bestände sind etwa die Worte des früheren amerikanischen Bischof Fulton J. Sheen über Ungleichheit als Voraussetzung von Liebe. […]