Demographie: Christen werden in westeuropäischen Städten zur Minderheit

Louis Janmot - Souvenir du Ciel

Das Vienna Institute of Demography der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat eine Studie über die Veränderung der religiösen Zusammensetzung des Landes erstellt. Die Forscher kommen darin zu dem Ergebnis, dass Muslime sich den größeren Städten des Landes mittelfristig zur anteilsmäßig stärksten Gruppe entwickeln könnten, während Christen zunehmend zu einer Minderheit werden. Die beschriebene Entwicklungen würden in großen Teilen Westeuropas ähnlich verlaufen.

  • Ausschlaggebend für diese Entwicklung seien Migration und höhere Kinderzahlen bei Muslimen sowie Säkularisierungstendenzen unter Christen.
  • Die religiöse Zusammensetzung der Bevölkerung habe sich bereits in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Während 2001 noch rund 75 Prozent der Österreicher katholische Christen waren, sind es aktuell nur noch rund 64 Prozent. Der Anteil der Muslime verdoppelte sich seitdem auf jetzt rund acht Prozent.
  • Abhängig von unterschiedlichen Annahmen bzgl. künftiger Migrationsbewegungen nach Österreich werden Muslime bis 2046 etwa 15-20 Prozent der Bevölkerung ausmachen, wobei ihr Anteil in größeren Städten höher sein wird und sie in Wien bis zu diesem Zeitpunkt zur stärksten Gruppe werden könnten. Gleichzeitig werden Muslime im Durchschnitt jünger sein als Nichtmuslime und könnten szenarioabhängig in Städten in den jüngeren Bevölkerungsgruppen um das Jahr 2046 auch absolut betrachtet kurz davor stehen, zur stärksten Bevölkerungsgruppe zu werden.

Hintergrund und Bewertung

Die vor einigen Monaten erschienene Studie „The Changing Global Religious Landscape“ des Pew Research Center kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie die aktuelle österreichische Studie. In Europa werde der Anteil der Muslime an Bevölkerungen aufgrund von höheren Geburtenraten und Migration weiter zunehmen, während der Anteil der Christen vor allem aufgrund niedrigerer Geburtenraten sowie schwächeren religiösen Bindungen künftig stark zurückgehen werde. Bei ungebrochenem Trend werden Muslime voraussichtlich in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts in einigen Staaten Nord- und Westeuropas zu Bevölkerungsmehrheiten werden, wobei Großstädte und jüngere Bevölkerungsschichten Vorreiter dieses Trends sind.

Die beschriebenen Tendenzen der demographischen Entwicklung sind auch deshalb aus christlicher Perspektive problematisch, weil im Islam zunehmend jene Tendenzen erstarken, die dem Christentum konfrontativ bis feindselig gegenüberstehen. In den meisten Staaten mit muslimischen Bevölkerungsmehrheiten gestaltet sich die Lage der christlichen Minderheiten in Folge dieser Entwicklung zunehmend schwierig.

Da die dafür verantwortlichen islamischen Strömungen unter Muslimen auch in Europa eher stärker als schwächer werden, ist es wahrscheinlich, dass mit einer Zunahme des islamischen Bevölkerungsanteils auch künftig zunehmende Herausforderungen für die Christen und die christlich-geprägten Gesellschaften Europas verbunden sein werden. Es ist in diesem Zusmamenhang etwa wahrscheinlich, dass die auf christlicher Weltanschauung beruhende freiheitliche Gesellschaftsordnung in vielen europäischen Staaten durch den politischen Islam herausgefordert werden wird. (ts)

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