Publizistin Zana Ramadani: Die Schwäche des christlichen Mannes in der islamischen Wahrnehmung

Lawrence Alma-Tadema - Die Rosen des Heliogabalus (1888)

Die feministische Publizistin Zana Ramadani stammt aus einer muslimischen Familie, wandte sich aber später vom Islam ab. Vor kurzem erschien ihr Buch “Die verschleierte Gefahr”, in dem sie “falsche Toleranz gegenüber dem Islam” in Deutschland kritisiert. Hier beschreibt sie zudem, dass viele Muslime christliche Männer als schwach und verweichlicht wahrnehmen würden.

Ramadani zufolge erzeuge diese Wahrnehmung bei Muslimen vor allem Verachtung:

Vor allem junge Muslime in Deutschland nehmen Christen nicht ernst. […] Die Männer gelten als verweichlicht; sie repräsentieren nicht das, was arabische Machos unter „Mann sein“ verstehen. Das ist ein Ergebnis ihrer Erziehung, die ihnen vermittelt: Respekt vor der Mutter, Respekt vor der guten, ehrbaren Frau, Respekt vor Älteren und anderen Männern ihres Schlages. Ungläubigen schuldet kein Muslim Respekt. Nicht den deutschen Männern, die – so der hämische Hinweis nach den Übergriffen in Köln – nicht in der Lage seien, ihre Frauen zu beschützen. […] Deutsche Männer sind Weicheier, das ist das Urteil vieler Muslime. Sie befinden sich in einer Art Sinnkrise, wissen die muslimischen Jungs, sie haben sich von den Frauen domestizieren lassen. Die deutschen Männer sind weibisch.

Zwischen christlichen und nichtchristlichen Deutschen werde demnach durch Muslime kaum unterschieden, was die Wahrnehmung von Schwäche angeht.

Das Problem des islamischen Verständnisses von Ehre und Respekt

Ramadanis Beobachtungen entsprechen denen von kultur- und religionswissenschaftlichen Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass „Respekt“ und „Ehre“ in islamisch-geprägten Kulturen vor allem die Folge der praktisch demonstrierten Fähigkeit zur Demütigung anderer und die entgegengebrachte Eingeschüchterheit sind. Als Schwäche gilt dabei oft auch kultiviertes und zurückhaltendes Verhalten.

Auf wahrgenommene Schwäche reagieren Personen islamischen Hintergrundes überproportional häufig mit demonstrativer Verachtung und Aggression, weil sich dadurch eine leichte Möglichkeit der Hebung des eigenen Status bzw. des Gewinns von „Respekt“ nach islamisch-geprägtem Verständnis ergibt.

Die Demütigung der Opfer mit dem Ziel der Selbstbestätigung sei dementsprechend häufig das Motiv zur Verübung von Straftaten wie Raubüberfällen oder sexuellen Übergriffen muslimischer Täter gegen nichtmuslimische Opfer. Delikte dieser Art nahmen zuletzt in Deutschland im Zuge der unkontrollierten Zuwanderung von Muslimen seit 2015 deutlich zu.

Das christlich-abendländische Verständnis von Ehre und Stärke

Islamisch-geprägte Kulturen unterscheiden sich nicht nur in dieser Hinsicht stark von christlich-geprägter abendländischer Kultur, in der Ehre in Folge der Konfrontation mit Gefahren bei der Verfolgung eines moralischen Gutes entsteht und die Demütigung Schwächerer als Ausdruck von Feigheit gilt. Die Berufung des Mannes liegt nach christlichem Verständnis dabei darin, tauglich für diese Konfrontation zu werden und ein möglichst großes Maß an Ehre durch dienende Taten zu erlangen.

Moderne und postmoderne Konzepte lehnen diese traditionelle Vorstellung aus verschiedenen Gründen ab. Diese Konzepte sind auch in Teile des Christentums eingedrungen, wo sie einer Idealisierung von Schwäche geführt haben. Ein unnötig schwacher Mann kann jedoch den Anforderungen des christlichen Ethos des Dienstes am Nächsten und des Schutzes der Schwächeren nicht entsprechen.

Utopische Ideologien sind keine geeignete Antwort auf islambezogene Herausforderungen

Als Feministin erkennt Ramadani dies nicht und geht im Widerspruch zu ihren oben zitierten eigenen Darstellungen von einer “Überlegenheit der deutschen Männer” aus, die nicht mehr mit “vermeintlich naturgegebenen Rolle” identifizieren und vor allem “körperliche Stärke” ablehnen würden, “dank des Feminismus und der Emanzipation der Frau”.

Die Überwindung des kulturellen Konflikts und der islambezogenen Herausforderungen, die sie beschreibt, liegt für sie in der Verbreitung feministischer Ideologie unter Muslimen. Es bleibt jedoch offen, warum eine relevante Zahl muslimischer Männer Vorstellungen übernehmen sollten, die dazu führen, dass Männer dazu untauglich werden ihre eigenen Frauen und Töchter und andere Menschen angemessen zu schützen. Zudem gibt es auch achtungswürdige Elemente in islamisch-geprägter Kultur, etwa die von Ramadani indirekten kritisierten Ideale des Respekts vor der Mutter, des Respekt vor der ehrbaren Frau und des Respekts vor Älteren.

Tatsächlich gehören die utopischen Ideologien, denen auch Ramadani in der Form ihres  Feminismus anhängt, zu den Ursachen der kulturellen Krise, deren Symptome sie zutreffend beschreibt. Die Überwindung dieser Krise müsste somit mit der Überwindung ihrer geistigen Ursachen beginnen, was in diesem Fall eine Wiederanbindung an das christliche Ethos der Tauglichkeit des Mannes für seine natürliche Berufung und des Dienstes am Nächsten voraussetzen würde.

Christliche Antworten auf islambezogene Herausforderungen

Die Präsenz des Islams in Europa und die damit verbundenen Herausforderungen zwingen Christen und säkulare Europäer gleichermaßen dazu, sich Fehlentwicklungen in der eigenen Kultur zu stellen, die sonst vielleicht weniger deutlich erkannt worden wären, und sie zu korrigieren.

Gelingt dies, dann kann eines Tages auch Muslimen glaubwürdig vermittelt werden, dass eine Weltanschauung und Kultur, welche die Demütigung Schwächerer mit der Wahrnehmung von Ehre verbindet, ebenso fehlgeleitet ist wie eine utopische Ideologie, die Männer schwächt und zum Dienst am Nächten untauglich macht. Eine solche Korrektur würde zudem provokativer Schwäche und Passivität vorbeugen, die derzeit dazu beiträgt, dass islambezogene Herausforderungen  sich zunehmend destruktiv in Europa entfalten können. (ts)

3 Kommentare

  1. Frau Ramadani ist in einer Falle, welche ihre geistigen Mütter selbst gebaut haben: Einerseits sieht sie ein, dass die Weicheier sie nicht schützen können, freut sich aber andererseits, dass ihre ideologischen Vorbilder dazu beigetragen haben, aus Männern Weicheier zu machen. Diese Herrschaften haben eine neue Welt kreiert und stellen nun fest, dass sie alles weggezüchtet haben, was diese Welt verteidigen kann.Frau Ramadani verzichtet dankenswerterweise darauf, die Realität schönzureden, bemüht sich aber krampfhaft, Ursache und Wirkung in Zusammenhang zu bringen.

    • Genau so ist es: sie ist in der Falle ihrer Utopie.
      Ramadanis Denkweise ist ein geradezu lehrbuchhaftes Beispiel für jenes „Ich-denke-mir-die-welt-wie-sie-mir-gefällt“ – Prinzip der Linken.
      Ohne Bodenhaftung.

      • Ja, trotz ihrer Hegemonie haben es unsere fortschrittlichen Freunde nicht leicht dieser Tage. Früher durften sie ganz einfach bestreiten, dass sich die Masseneinwanderung auf die Kriminalitätsrate und die Sozialkassen auswirken wird, heuer beschränken sie sich darauf, die Statistiken zu verschleiern, damit die Zahlen nicht Wasser auf die Mühlen der „falschen Leute“ sind. Viktor Orbán hassen sie nicht, weil er im Sommer/Herbst 2015 die Unwahrheit sagte, sondern weil nahezu alles, wovor er warnte, eingetroffen ist.
        Und jetzt dürfen sie sich noch nicht mal über das herbeigeschriebene, herbeigeredete und herbeiventilierte Kongreß-Baseball-Massakers jenes aufrechten Jakobiners aus Illinois freuen, weil sie von Seiten der Amis mit Konsequenzen zu rechnen hätten. Schade, wäre Ähnliches im karolingischen Europa passiert, hätten sie nach Herzenslust jubilieren dürfen.

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